Bierol Schwoich

Ende 2012, knapp zehn Jahre nachdem Peter Bichler seine Privatbrauerei im Bezirk Kufstein eröffnet hat, ist Sohn Christoph mit einer ausgefallenen Idee von seinem Praktikumsaufenthalt in den USA zurückgekommen. Er hat Craft Beer für sich entdeckt. Wieder zuhause legte er gleich los.

Schulfreund Maximilian Karner gewann er zum Komplizen. In ihrer Freizeit experimentierten sie mit unterschiedlichen Hopfen- und Malzarten. Ganz im Sinne der Craft-Beer-Szene, die sich vor dreißig Jahren in Amerika gebildet hatte. Eine Gegenbewegung zu sich ähnelnden Bieren industrieller Brauereien.

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Dabei verändern sie nichts am Brauprozess: Aus Quellwasser und Malz setzen sie eine Maische an. Die Stärke des Malzes verwandelt sich im Maischeprozess in Zucker. An dieser Stelle wird es ausgesiebt und als Treber den Kühen des Nachbars verfüttert. Die Flüssigkeit wird mit Hopfen aufgekocht. Wobei der Hopfen je nach Sorte für die Bitterkeit des Bieres, doch auch für Aromen wie Mango und Grapefruit verantwortlich ist. Je nach Gusto des Braumeisters. Genau das macht den Unterschied zu gewöhnlichen Bieren: »Wir möchten möglichst aromatisches Bier brauen, das uns schmeckt«, erklärt Christoph Bichler. Das Gemisch wird dann mit Hefe versetzt und gekühlt. Die Hefe verwandelt den Zucker in Alkohol und Kohlensäure. Das fertige Bier rastet bis zu sechs Wochen, bevor es in Flaschen gefüllt wird. Schritt für Schritt ist damit Tirols erste Craft-Beer-Brauerei entstanden.

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Mehrere Quellen nähren den Erfolg

Und weil die Schwoicher selbst brauen, bestellen, abfüllen, etikettieren und liefern, haben sie einen Biersommelier in ihr Team aufgenommen: Marko Nikolic. Heute sind die drei die Erfolgszutaten der kleinen Schwoicher Brauerei. Eigentlich könnten sie überall brauen und schon längst in eine große Stadt siedeln. Doch da Craft Beer stark an den Braumeister gekoppelt ist, sollte sich der in seiner Umgebung wohl fühlen. Und das tun die kreativen Jungunternehmer just in Schwoich, einem traditionellen Ort.

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Sie nutzen das, was da ist. Für sie stimmen die Zutaten: Die hauseigene Quelle rinnt direkt vom Pölven in ihren »beer tank«. Die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung vor der Haustüre füllen ihre »think tanks«. Unbewusst lassen sie eine Tradition der Umgebung aufleben: »Früher gab es in Kufstein einige Brauereien. Ob aufgrund der vielen natürlichen Seen, die für das Eis, das für die Kühlung des Gerstensaftes im Sommer notwendig war, sorgten, des Festungsberges mit seinen vielen Stollen zur Lagerung oder der Trinkfreudigkeit der Festungsstädter, sei dahingestellt«, erzählt Maximilian Karner.

Wir möchten möglichst aromatisches Bier brauen, das uns schmeckt. Christoph Bichler

Bierol - Das ist kreatives Bier aus Tirol

Grenzen sind da, um überschritten zu werden. Darin sind sich Maximilian Karner, Christoph Bichler und Marko Nikolic einig. Die drei freakigen Bierbrauer aus Schwoich mischen seit 2014 die österreichische Craft-Beer-Szene auf. Mit außergewöhnlichen Bierkreationen, die sich klassische Brauereien nicht zutrauen. Getreu ihrem Motto: Das Leben ist zu kurz, um immer dasselbe Bier zu trinken.

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Schluck für Schluck

Doch nur, weil sie ihre eigenen Vorlieben in Flaschen füllen, heißt das nicht, dass die Brauer von Bierol nicht auch den »Geschmack der Vielen« treffen. Beim ersten Craft-Beer-Fest in Wien wurde ihr Mountain Pale Ale vom Publikum zum Favoriten gewählt. So landeten die Tiroler schnell in der Wiener Craft-Beer-Szene. Auch regional angesiedelte, jedoch österreich- und deutschlandweit liefernde Gastronomiegetränkehändler und trendige Gastronomen gewannen sie zu Kunden.

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Je unvoreingenommener, umso besser

Doch wie trinkt man Craft Beer? Langsames Vortasten ist das wichtigste Gebot beim Erstkontakt. »Die Reihenfolge sollte von etwas milderen bis zu den kräftigen Sorten gesteigert werden«, erklärt Biersommelier Marko Nikolic. Die Nase wird dabei, ähnlich wie bei Wein, zum wichtigen Türöffner. Zufällig hat die in Kufstein beheimatete Glasmanufaktur Riedel mit ihrer Tochterfirma Spiegelau Craft-Beer-Gläser auf den Markt gebracht. Dadurch wird genau dieses Verkosten nach Geruch möglich. Wer sich in Tirols erster Craft-Beer-Brauerei diesem kreativen Biergenuss nähern möchte, wird seine Nase in Kufsteiner Gläser stecken. Und erfahren, wie Number One, Mountain Pale Ale, Going Hazelnuts und The Padawan in der Vorstellung der drei Braumeister riecht.

Ihr Kontakt für Besichtigungen und Verkostungen:
Bierol GmbH, Maximilian Karner, Sonnendorf 27, 6334 Schwoich
+43 660 49 777 95 | info@bierol.at | Zur Website

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